May vs. Might: Möglichkeit, Erlaubnis und ein kleiner Unterschied
May und might gehören zu den Modalverben, über die Lernende am meisten nachdenken – und bei denen sie es am wenigsten müssen, zumindest wenn es um Möglichkeit geht, denn dort überschneiden sich die beiden nahezu vollständig. Was wirklich zählt, ist Folgendes: Es gibt einen kleinen, nicht immer verlässlichen Unterschied in der Gewissheit und eine klare Aufgabenteilung, bei der may etwas leisten kann, was might nicht kann. Wer diese zwei Punkte kennt, kann aufhören, bei jeder Formulierung zu grübeln.
Möglichkeit: nahezu austauschbar
Wenn es darum geht, etwas als möglich darzustellen, lassen sich may und might in den meisten Fällen frei gegeneinander austauschen.
- It may rain this afternoon.
- It might rain this afternoon.
- She may know the answer.
- She might know the answer.
Beide Varianten sind korrekt und klingen natürlich. Wenn Sie unsicher sind, welches Wort Sie für eine Möglichkeit wählen sollen, ist jedes der beiden eine sichere Wahl.
Der kleine Unterschied in der Gewissheit
Viele Muttersprachler empfinden might als Hinweis auf eine etwas geringere Wahrscheinlichkeit als may. Dabei handelt es sich um eine Tendenz, keine feste Regel – und nicht alle Sprecher folgen ihr.
- I may go to the party. (eine offene Möglichkeit)
- I might go to the party. (vielleicht etwas weniger wahrscheinlich)
Dieser Unterschied ist keinen schlaflosen Abend wert. Gesprächspartner legen selten viel in diese Nuance hinein, und Sie werden in jedem Fall verstanden, egal für welche Variante Sie sich entscheiden. Es ist nützlich zu wissen, dass diese Tendenz existiert – aber nicht notwendig, jeden Satz deswegen zu hinterfragen.
Erlaubnis: nur may
Der eine klare Unterschied betrifft Erlaubnis. May bittet darum oder erteilt sie; might tut das nicht.
- May I come in?
- You may leave when you are ready.
Hier klingt might schlicht falsch. Dieser Erlaubnisgebrauch ist formeller als can, das dieselbe Aufgabe in der Alltagssprache übernimmt. May passt daher besonders gut in höfliche oder offizielle Zusammenhänge – etwa in der schriftlichen Geschäftskommunikation, bei formellen Anfragen oder in akademischen Texten, wie sie an deutschen Hochschulen und in internationalen Unternehmen wie Siemens, Deutsche Bank oder BMW erwartet werden. Wenn Ihr Satz darum geht, dass jemand etwas darf oder nicht darf, ist may das richtige Wort.
Kurzer Überblick
Fragen Sie sich, was Sie ausdrücken möchten. Möglichkeit? Dann funktioniert sowohl may als auch might, wobei might möglicherweise auf eine etwas geringere Chance hindeutet. Erlaubnis, besonders in formellem oder höflichem Englisch? Dann nur may. Ein einziger Satz vereint beide Funktionen von may: „You may go now, though it may rain on the way."
Feine Unterschiede zwischen Modalverben sind genau die Nuancen, die solides Englisch von wirklich sicherem Englisch trennen – ein Unterschied, der im deutschen Berufsalltag, bei Bewerbungen auf internationale Stellen oder beim Studium in englischsprachigen Programmen an Universitäten wie der LMU München oder der Humboldt-Universität zu Berlin spürbar wird. Das Paar can vs. could wirft dieselbe Art von modaler Feinheit auf. Ein kostenloser Englisch-Einstufungstest zeigt Ihnen, ob solche Nuancen für Sie bereits zur zweiten Natur geworden sind.
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